Podcast #printisback: Die Druckbranche zwischen Tradition, Nachhaltigkeit und KI

Premiere für den Podcast #printisback: Die erste deutschsprachige Episode entstand gemeinsam mit Peter Sodoma und Christian Händler vom Verband Druck Medien Österreich. Der von Jacques Michels und Boris Andreas Weber moderierte Podcast beleuchte in der aktuellen Ausgabe die vielschichtige Transformation der Druckindustrie in Österreich.

Im Fokus standen der Wandel von traditionellen zu modernen, dienstleistungsorientierten Betrieben, die tief verankerte Nachhaltigkeit der Branche und die unaufhaltsame Integration digitaler Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI).

Die Experten stimmten überein, dass Print im Jahr 2026 als nachhaltige und innovative Kommunikationsform hoch relevant ist – insbesondere in Österreich mit seiner starken Papier- und Faserkompetenz, etwa durch Unternehmen wie Mondi und Lenzing. Zudem zeigen Lebenszyklusanalysen, dass Print je nach Anwendung eine bessere CO₂-Bilanz als digitale Alternativen aufweisen kann.

Laut Peter Sodoma wirkt der Verband Druck Medien Österreich mit der Kampagne „Print wirkt nachhaltig“ gezielt Greenwashing entgegen. Gleichzeitig fördert der Verband einen differenzierten Kommunikationsmix, statt pauschal digitale oder gedruckte Medien zu bevorzugen.

Nachhaltigkeit mit Substanz

Die Branche hat sich von nostalgischen Bildern zu einer effizienten, evidenzbasierten Industrie entwickelt, die ökologische Verantwortung ernst nimmt. Unterstrichen wird dies durch Zertifizierungen wie das Österreichische Umweltzeichen und das CSR-Gütesiegel für Druckereien.

KI als neue Herausforderung

Ein zentrales Thema ist die Auseinandersetzung mit neuen Technologien. Hier liegt der Arbeitsschwerpunkt von Christian Handler. Ähnlich wie bei der Einführung des Desktop-Publishing in den 1980er- und 1990er-Jahren stellt die aktuelle Welle von KI-Anwendungen und Tools wie Canva für ihn eine Herausforderung dar, die proaktiv gemeistert werden muss.

Anstatt diese Entwicklungen abzulehnen, sollten sich Druckereien als beratende Partner positionieren. Sie können ihre Kunden bei der Erstellung druckfähiger Daten unterstützen und dadurch zusätzlichen Mehrwert schaffen.

Das Revival des Gedruckten

Gleichzeitig ist ein „Print-Revival“ zu beobachten: Gerade jüngere Generationen schätzen die Haptik, Beständigkeit und sinnliche Erfahrung gedruckter Produkte wie Bücher. In einer zunehmend digitalen Welt werden sie als Statussymbol und Ausdruck von Individualität wahrgenommen.

Mensch und Maschine

Die größte Herausforderung und zugleich größte Chance liegt in der Verbindung menschlicher Kreativität mit den Möglichkeiten der KI. KI wird als mächtiges Werkzeug verstanden – vergleichbar mit der Entdeckung des Feuers durch die Menschheit –, dessen Nutzung gelernt und beherrscht werden muss.

Repetitive Aufgaben kann KI übernehmen und als „Resonanzraum“ für kreative Prozesse dienen. Strategische Vision, emotionale Intelligenz und die finale Kontrolle („human in the loop“) bleiben jedoch menschliche Domänen.

Vom Produzenten zum Kommunikationspartner

Die zentrale Beobachtung lautet: Erfolgreiche Druckereien entwickeln sich vom reinen Dienstleister zum kreativen Partner. Mithilfe von KI-gestützten Analysen können sie maßgeschneiderte Kommunikationslösungen entwickeln und ihre Kunden strategisch beraten.

Fazit: Wandel als Chance

Die Druckbranche befindet sich in einem ständigen, aber beherrschbaren Wandel. Anstatt Opfer der Digitalisierung zu sein, hat sie die Chance, sich als unverzichtbarer, nachhaltiger und kreativer Partner zu positionieren.

Die Zukunft liegt in der intelligenten Verbindung der emotionalen Stärke haptischer Produkte mit der analytischen Kraft der KI. Erfolg werden jene Unternehmen haben, die ihre Kunden kompetent beraten, technologische Innovationen proaktiv als Werkzeuge nutzen und sich vom reinen Produzenten zum visionären Kommunikationsgestalter entwickeln.

Mit dem Bewusstsein, dass Technologie ein Diener ist, Kreativität und Strategie jedoch menschlich bleiben, kann die Branche ihre Zukunft aktiv gestalten.

Links

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Boris Andreas Weber ist als Speaker beim Druck Medien Tag 2026 vertreten.

Bild © Pixabay

2026-10-05T15:36:12+02:0028. September 2026|

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