Pflichtpraktikum in der Druckindustrie

Warum Betriebe jetzt handeln sollten

Der Fachkräftemangel ist in der Druck- und Medienbranche längst kein abstraktes Zukunftsproblem mehr. Er ist Alltag. Gleichzeitig verlassen jedes Jahr junge Menschen mit einer soliden HTL-Ausbildung die Graphische, suchen einen Pflichtpraktikumsplatz und hoffen auf einen Betrieb, der ihnen eine echte Chance bietet. Beide Seiten brauchen einander. Doch die Verbindung kommt oft nicht zustande.

Dieser Artikel richtet sich an Unternehmen in der Branche, die noch keinen Praktikumsplatz für den Sommer vergeben haben und sich fragen, ob sich der Aufwand lohnt. Die kurze Antwort: Ja.

Was das Pflichtpraktikum bedeutet

An der Graphischen, der Höheren Bundeslehranstalt für Kommunikationsdesign, Grafik und Drucktechnik in Wien, ist das Pflichtpraktikum gemäß § 11 des Schulunterrichtsgesetzes (SchUG) ein verbindlicher Teil der HTL-Ausbildung. Die Schülerinnen und Schüler müssen es in einem einschlägigen Betrieb ableisten, bevor sie ins nächste Schuljahr aufsteigen oder die Matura ablegen können. Das bedeutet: Hier kommen keine unvorbereiteten Jugendlichen, die nur schnuppern wollen. Sie haben bereits in der Schule Grundlagen in Satz, Druck, Mediengestaltung oder Reprografie erworben und bringen ein klares Ausbildungsziel mit.

Der eigentliche Nutzen für den Betrieb

Wer ein Praktikum anbietet, tut nicht einfach etwas Gutes für die Ausbildung. Er hat die Möglichkeit, einen potenziellen Mitarbeiter in der Praxis kennenzulernen, bevor es zu einem Beschäftigungsverhältnis kommt. Das ist ein Vorteil, den kein noch so sorgfältiger Bewerbungsprozess ersetzen kann. Vier bis acht Wochen zeigen, wie jemand mit Zeitdruck umgeht, ob er Fragen stellt oder bis zu einem Fehler wartet, und ob er mit dem bestehenden Team zurechtkommt. Wer nach dem Praktikum weiß: „Den oder die wollen wir nach dem Abschluss einstellen“, hat sich frühzeitig einen Rohdiamanten gesichert. Einen, den der Betrieb selbst mitgeformt hat. Das ist kein theoretisches Szenario. In einer Branche mit einem kleinen, spezialisierten Fachkräftepool erfolgt das Recruiting oft über persönliche Beziehungen und frühzeitigen Kontakt. Wer erst dann sucht, wenn eine Stelle besetzt werden muss, hat oft schon das Nachsehen.

Was Betriebe konkret tun können

Das Engagement muss nicht groß sein. Ein Platz, ein Ansprechpartner im Betrieb und die Bereitschaft, jemanden tatsächlich arbeiten zu lassen, statt ihn nur zu beschäftigen, reichen als Grundlage.

Worauf es ankommt:

  • Klare Aufgaben statt Kaffeekochen: Praktikantinnen und Praktikanten lernen am meisten, wenn sie echte Arbeit übernehmen.
  • Eine feste Ansprechperson: Jemand im Betrieb sollte sich verantwortlich fühlen und Fragen beantworten können.
  • Rückmeldung am Ende: Ein kurzes Gespräch über Stärken und Entwicklungspotenzial hilft dem Nachwuchs mehr als jedes Zeugnis.
Jetzt melden

Betriebe, die diesen Sommer noch einen Praktikumsplatz vergeben können, melden sich bitte direkt bei:

Patrick Andre
Die Graphische
patrick.andre@graphische.net

Je früher die Meldung eingeht, desto besser kann die Vermittlung koordiniert werden. Die Schülerinnen und Schüler stehen bereit.

Bild © Pexels

2026-06-15T16:15:30+02:0015. Juni 2026|

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