Ab 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung 2025/40) unmittelbar – ohne Übergangsfrist für Kleinbetriebe.
Michel Caza ist tot
Der letzte lebende Gründer der FESPA ist Ende Mai 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die europäische Druckbranche eine ihrer prägenden Persönlichkeiten.
Wer Michel Caza auf einer FESPA-Messe getroffen hat, erinnert sich an seine besondere Mischung aus technischer Präzision, künstlerischem Blick und unerschöpflicher Neugier. Caza konnte im selben Gespräch über Rasterpunkte, Druckfarben, Kunst und die Zukunft des Drucks sprechen, immer mit voller Leidenschaft.
Geboren 1935 in Lyon, begann er 1954 in Stockholm seine Laufbahn. Dort entdeckte er seine Begeisterung für den Siebdruck, für die Verbindung aus Handwerk, Technik und Kreativität. Er wollte feinere Details, bessere Farbqualität und mehr Konstanz im Druckprozess. Dafür experimentierte er, und stellte bestehende Methoden immer wieder infrage.
1962 gehörte er zu den acht Mitgründern der FESPA, gemeinsam mit Vertretern aus Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Was damals als kleine europäische Gemeinschaft begann, entwickelte sich zur weltweit bedeutendsten Organisation für Sieb- und Digitaldruck.
Michel Caza war nicht nur ein herausragender Drucktechniker, sondern auch ein Künstler. Zwischen 1960 und 2015 entstanden rund 2.400 Projekte – darunter Originalserigrafien, Kunstdrucke, Plakate und Kataloge. Er arbeitete mit mehr als 700 Künstlerinnen und Künstlern zusammen.
Als Präsident der FESPA in den Jahren 1996 bis 1999 sowie von 2000 bis 2002 prägte er die Organisation entscheidend und war über insgesamt 44 Jahre im Vorstand. Sein Anliegen war immer der Wissensaustausch innerhalb der Branche. Auf Konferenzen, Seminaren und Workshops war er präsent, diskutierte offen, stellte kritische Fragen und motivierte andere dazu, neue Wege zu gehen.
Viele erinnern sich an ihn als Mentor. Jemand, der sich Zeit nahm, die Arbeiten zu prüfen, konkrete Verbesserungsvorschläge unterbreitete und hohe Ansprüche mit echter Hilfsbereitschaft verband. Dieser Zugang hat Generationen von Druckern geprägt.
Auch in Österreich war Michel Caza eng mit der Branche verbunden. Die FESPA-Messen –boten vielen die Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen. Der Verband Druck Medien Österreich ist seit Jahrzehnten Mitglied der FESPA, und der internationale Austausch, den Caza so leidenschaftlich förderte, wirkte auch hier nachhaltig.
Michel Caza starb am Samstag um 17:30 Uhr nach einem langen und erfüllten Leben. Mit ihm verliert die Branche eine Persönlichkeit, die Generationen geprägt hat.
Ihm gerecht zu werden heißt, das weiterzuführen, wofür er stand: neugierig bleiben, Neues ausprobieren, Wissen teilen und an die Zukunft des Drucks glauben.
Danke, Michel.
Christian Handler
Verband Druck Medien Österreich
Bild © Fespa











