Mitgliederbefragung zeigt: Bürokratie und Vergabepolitik als Hemmschuh. Die aktuelle Auftragslage bewerten die Unternehmen nur mit Befriedigend.
Druck- und Medienbranche fordert bessere Rahmenbedingungen
Mitgliederbefragung zeigt: Bürokratie und Vergabepolitik als Hemmschuh
Wien, August 2026: Die aktuelle Mitgliederbefragung des Verband Druck Medien zeigt die Herausforderungen für die Druck- und Medienbetriebe in Österreich. Die aktuelle Auftragslage bewerten die Unternehmen nur mit Befriedigend. 59 Prozent erwarten 2026 einen weiteren Umsatzrückgang. Der Verband Druck Medien fordert bessere Rahmenbedingungen für die Branche.
Nur 12 Prozent der Unternehmen in der Druck- und Medienbranche sind zuversichtlich, dass ihr Umsatz 2026 moderat steigen könnte. 29 Prozent rechnen mit einer Stagnation. 59 Prozent erwarten einen weiteren Umsatzrückgang – ein Drittel davon befürchtet sogar einen Rückgang von mehr als 15 Prozent. Gleichzeitig sehen 83 Prozent die Personalkosten als größten Kostenfaktor, vor Energie, Papier und Maschinen.
Herausforderungen: Verwaltung hemmt Innovation
Unternehmen kritisieren vor allem den gestiegenen Verwaltungsaufwand (60%), rechtliche Unsicherheiten bei Sachbezügen (48%) und die zunehmende öffentliche Auftragsvergabe an Unternehmen aus dem Ausland (38%). Mehrere Unternehmen orten einen „hohen Bürokratieaufwand durch EU-Regulatorien wie EmpCo, PPWR und andere“, die durch das „Goldplating“ zu „Bürokratiemonstern“ geworden sind. Das lähmt die Wirtschaft und treibt die Kosten“, fasst ein Unternehmer die Stimmung in der Branche zusammen.
Anliegen der Unternehmen: weniger Kosten und fairer Wettbewerb
Faire Wettbewerbsbedingungen sind der Druck- und Medienbranche ein Anliegen. Sie fordert von der Bundesregierung, im Sinne der Wirtschaft und des Wirtschaftsstandorts Österreich pragmatisch zu denken. Um die Unternehmen zu entlasten und Innovation „Made in Austria“ zu fördern hat der Verband Druck Medien auf Basis der Mitgliederbefragung einen 4-Punkteplan erstellt:
1. Senkung der Lohnnebenkosten
Die Lohnkosten sind in Österreich deutlich höher als in den Nachbarländern. Das liegt auch an den hohen Lohnnebenkosten. Der Verband Druck Medien begrüßt die kürzlich erfolgte Senkung der Lohnnebenkosten und fordert eine weitere. Die aktuelle Debatte um die Finanzierung des Insolvenzfonds darf nicht eine Erhöhung der Lohnnebenkosten nach sich ziehen.
2. Abbau von teurem Verwaltungsaufwand
Der gestiegene Aufwand durch Regulierungen, Vorschriften und Reportings bindet gerade in kleineren und mittelständischen Unternehmen wertvolle Ressourcen, die besser für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen genutzt werden könnten. Die Unternehmen wünschen sich weniger Kosten bei gesetzlich verpflichtenden Überprüfungen (55%) und weniger Reportingvorschriften für klein- und mittelständische Betriebe (67%).
3. Chancengleichheit bei öffentlichen Auftragsvergaben
Das Ziel der Bundesregierung, die öffentliche Beschaffung stärker auf den wirtschaftlich und innovationsstrategisch größten Nutzen auszurichten, ist aus Sicht der Branche ein positives Signal an die österreichische Wirtschaft. Der Verband Druck Medien wird genau beobachten, wie dies in der Praxis gelebt wird. Die meisten Druck- und Medienbetriebe hoffen, dass damit öffentliche Auftraggeber verpflichtet werden, österreichische Unternehmen zur Angebotslegung einzuladen. Die verstärkte Berücksichtigung von Kriterien wie Nachhaltigkeit, Transportwege, Qualität oder Sicherung von Arbeitsplätzen würde zudem bei öffentlichen Ausschreibungen die Chancengleichheit für österreichische Unternehmen erhöhen.
4. Finanzierung von Innovationen erleichtern
Damit die Druck- und Medienbetriebe notwendige Zukunftsinvestitionen wie in KI und Energie tätigen können, braucht es einen besseren Zugang zu Förderungen und Investitionskrediten. Schließlich schaffen nur adäquate Rahmenbedingungen den notwendigen Spielraum für Innovation.
Bild © Michael Baumgartner











